Ausgepfiffen: 4 der größten Schiedsrichterfehler aller Zeiten Das Leid eines Schiedsrichters

Ein Fußballspiel ohne Schiedsrichter ist nicht möglich. Schiedsrichter haben auch kaum Fans. Wer möchte also schon ein Schiedsrichter werden? All die Bemühungen, um die Ausdauer zu steigern und alle Regeln auswendig zu lernen. Und dann verbringen Sie 90 Minuten damit, von 22 Spielern, zwei Trainern und Tausenden von Fans angeschrien zu werden, alle überzeugt davon, dass jede Entscheidung, die Sie treffen, falsch ist. Das kann alles ziemlich unfair sein – für sie. Außer, wenn sich der Schiedsrichter tatsächlich irrt. Hier folgt eine Liste mit den 4 größten Fehlern, die je von Pfeifenmännern begangen wurden.

Graham Poll

Graham Poll hatte bei der Weltmeisterschaft 2006 zwei Spiele fehlerfrei bewertet und war fest entschlossen, den Job für das Finale zwischen Kroatien und Australien zu bekommen. Aber unerklärlicherweise gelang es ihm im letzten Gruppenspiel zwischen Kroatien und Australien nicht, den Kroaten Josip Simunic vom Feld zu schicken. In der Fußballmathematik heißt es nämlich: Gelb + Gelb = Rot. Da Poll aber vergaß, dass er Simunic bereits zwei gelbe Karten gegeben hat, blieb dieser auch auf dem Feld. Simunic verließ erst dann das Feld, nachdem er in Wirklichkeit eine dritte gelbe Karte bekam, das sein verdientes Rot einbrachte. Poll zog sich am Ende der nächsten Saison nach all dem Spott zurück.

Karl-Josef Assenmacher

1993: Mit dem 0:0 stand David Platt am Tor, als der niederländische Verteidiger Ronald Koeman ihn kurzerhand an den Rand des Feldes zog. Der unmittelbare Streitpunkt war, ob es sich um einen Freistoß oder eine Strafe handelte. Jeder würde in solch einer Situation zur roten Karte greifen. Für Assenmacher stand die rote Karte jedoch nie in Frage. Assenmacher zog stattdessen und verblüffenderweise sofort eine gelbe Karte raus. Wie so oft bei solchen Dingen erzielte Koeman das erste Tor. Holland gewann mit 2:0 und England konnte sich nicht für die USA’94 qualifizieren. Hätte Koeman sein verdientes Rot bekommen, wäre das Spiel ganz anders ausgegangen.

Jorge Larrionda

Deutschland war in dem Spiel in der zweiten Hälfte der Weltmeisterschaft (2010) mit 2:0 in Führung, bevor ein Kopfball von Mathew Upson England wieder ins Spiel brachte. Dann, kurz darauf, schoss Frank Lampard den Ball, der zunächst die Latte traf, und anschließend deutlich über der Linie landete, bevor der Ball wieder heraussprang. Überraschenderweise gab Larrionda das Handzeichen für die Fortsetzung des Spiels.

Die Proteste dauerten bis zur Halbzeit. Deutschland traf verdient auf England mit 4:1. Aber bis heute fragt man sich, was passiert wäre, wenn man das Tor mitgezählt hätte. Larrionda wurde aus dem Rest des Turniers entlassen.

Dieses Ereignis führte zur Einführung der Torlinientechnologie, nachdem Fifa-Präsident Joseph Blatter entschieden hatte, dass es ein zu großer Fehler war.

Marco Fritz  

Nach einem Abwehrfehler der Frankfurter, die bereits mit 4:0 zurückblieben, versuchte der Duisburger Mittelfeldspieler Christian Tiffert sein Glück aus 25 Metern Entfernung. Der Ball traf die Querlatte und sprang ein paar Meter zurück ins Spiel, doch erstaunlicherweise wurde nach Rücksprache mit Fritz und seinem Assistenten Thomas Münch ein Tor erzielt. Tiffert selbst feierte nicht wirklich und das ganze Team sah ziemlich verwundert aus. Für Frankfurt war es nur ein weiterer Schlag ins Gesicht.

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